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Pendler*innenaktion mit dem DGB in Siegen und Olpe

Pendler*innenaktion mit dem DGB in Siegen und Olpe

Pendler*innenaktion des DGB und der Gewerkschaften am Bahnhof in Siegen. DGB (ver.di) Pendler*innenaktion Siegen

Bei der Pendler*innenaktion am Bahnhof in der Siegener Innenstadt sowie am Kurkölner Platz in Olpe machte der DGB unter Beteiligung seiner Mitgliedsgewerkschaften auf die Forderungen zur Bundestagswahl aufmerksam. Gefordert wird ein Kurswechsel zur Rente!

„Wer ein Leben lang gearbeitet hat, soll im Alter gut von der Rente leben können“, sagte Ingo Degenhardt, Geschäftsführer der DGB Region Südwestfalen. Das Rentenniveau, die Messgröße zur Berechnung der Rente, lag im Jahr 2020 bei 48,2 Prozent. Wenn politisch nicht umgesteuert wird, sinkt das Rentenniveau auf 43 Prozent in den 2040er Jahren. "Verglichen mit dem Lohn verliert die gesetzliche Rente immer mehr an Wert. Das muss verhindert werden", sagte Jürgen Weiskirch, Geschäftsführer von ver.di Südwestfalen.

In der Frühverteilung gab es einen Rentenrechner für die Pendler*innen, der anhand von unterschiedlichen Bruttolöhnen die Rentenhöhe auf verschiedenen Niveaus veranschaulichte, was bei den ein oder anderen Passantinnen und Passanten zu einem Aha-Erlebnis führte. Ziel des DGB ist es, das Rentenniveau bei 48 Prozent zu stabilisieren und im nächsten Schritt das Rentenniveau auf etwa 50 Prozent anzuheben.

Die Rente spiegelt das Erwerbsleben wider. Deshalb sind ausreichend Arbeitsplätze, gute Löhne und gesunde Arbeitsbedingungen notwendig. Wichtig ist aus Sicht der Gewerkschaften auch:

  •  Armutsrenten nach vielen Arbeitsjahren darf es in unserem reichen Land nicht geben.
  •  Prekäre und schlecht bezahlte Jobs, in denen überwiegend Frauen arbeiten, müssen verschwinden.
  •  Auch wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, hat eine gute Rente verdient.

In einer älter werdenden Gesellschaft gibt es immer mehr Rentner*innen. Doch die Lebenserwartung steigt nicht für alle gleich. Wer sein Leben lang körperlich hart gearbeitet hat, stirbt im Durchschnitt früher. Das ist heute schon ungerecht. Eine spätere Altersgrenze für den Rentenbeginn würde Menschen aus diesen Berufsgruppen stärker treffen als andere. Das lehnen wir ab.

Pendler*innenaktion in Olpe DGB (ver.di) Pendler*innenaktion in Olpe

Renten kosten Geld. Sie müssen zu gleichen Teilen von Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen, also paritätisch, finanziert werden – ergänzt um einen „Bundeszuschuss“, der aus Steuern finanziert wird. Außerdem sollten langfristig alle Erwerbstätigen in die Rentenversicherung einzahlen: Im ersten Schritt sind Selbstständige und Politiker*innen sofort einzubeziehen.

Und anders als oft behauptet: Die gesetzliche Rente lohnt sich gerade für junge Menschen. Sie orientiert sich an der Lohnentwicklung. Die Rendite liegt langfristig bei über drei Prozent. Private Rentenversicherungen rentieren sich oft nur wegen der staatlichen Subventionen. Höhere Gewinne gibt es nur bei höherem Verlustrisiko.

 


Eine starke Ergänzung der gesetzlichen Rente ist und bleibt außerdem die Betriebsrente, die der Arbeitgeber mitfinanziert.

Forderungen zur Rente an die Politik:

  • Starke gesetzliche Rente für eine gute Absicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
  • Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent und Erhöhung im weiteren Schritt
  • Keine Ausweitung der privaten Vorsorge – die Rente darf nicht verzockt werden
  • Tarifvertraglich vereinbarte und vom Arbeitgeber mitfinanzierte Betriebsrente
  • Zeiten mit geringem Verdienst, Kindererziehung, ehrenamtliche Pflege, Arbeitslosigkeit
    sowie Schul- und Hochschulbildung müssen für die Rente angerechnet werden
  • Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten, so genannte Frührenten, abschaffen
  • Kein höheres Rentenalter

Der Rentenrechner des DGB DGB (ver.di) Rentenrechner