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Brunch und Poetry Slam am Internationalen Frauentag in Hagen

Hagen
08.03.2020, 10:00 – 14:00Kulturhaus Pelmke, Pelmkestraße 14, 58089 Hagen

Brunch und Poetry Slam am Internationalen Frauentag in Hagen

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Poetry Slammerin Jule Weber zu Gast im Kulturhaus Pelmke Anna-Lisa Konrad Poetry Slam mit Jule Weber

In Hagen hatte der DGB-Stadtverband zu einem Frauenbrunch und anschließendem Poetry Slam mit Jule Weber ins Kulturhaus Pelmke nach Hagen-Wehringhausen eingeladen.

Beim reichhaltigen Brunch kamen die Frauen ins Gespräch. Und auch einige – wenige – Männer hatten den Weg ins Kulturhaus Pelmke gefunden. Zur bevorstehenden Kommunalwahl hatten sich die Initiatorinnen ein passendes Quiz ausgedacht und stellten die Teilnehmer*innen damit auf die Probe. Den meisten Gästen war aber beispielsweise der Wahltermin am 13. September durchaus bekannt. Dort wollen sie nämlich mitentscheiden wie es weitergeht in ihrer Stadt. Die Spendeneinnahmen der Veranstaltung kamen dem Frauenhaus zugute.

Die Gespräche drehten sich um höhere Gehälter und bessere Arbeitszeitregelungen. Für die Lohnlücke von 21 Prozent identifizierten die Frauen viele Ursachen. Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in Teilzeit und in vergleichsweise schlecht bezahlten Berufen, sie haben seltener Führungspositionen inne und sie übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. Hier muss sich Grundlegendes ändern. Dazu gehört mehr Tarifbindung, gerade in den Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten. Tarifverträge setzen Standards. Sie drängen prekäre Beschäftigung zurück, sorgen für faire Arbeitszeiten und bieten den Beschäftigten größere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung und das im Erwerbsleben und im Alter.

In tarifgebundenen Betrieben gibt es häufiger Arbeitszeitmodelle, die Frauen und Männer die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen – und einen Betriebsrat, der sich für die Umsetzung stark macht. Nur so erhalten Frauen den gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

Die Poetry Slammerin Jule Weber aus Bochum berichtete aus ihrem Leben als Künstlerin, dass sie sich gutes Verhandlungsgeschick antrainieren musste, um näher an die Gagen ihrer selbstbewusster auftretenden männlichen Kollegen heran zu kommen. Mit ihrem Programm sprach die Mutter einer zehnjährigen Tochter vor allem die jungen Frauen im Publikum an. Ihre wortgewandten Texte erzählten von Fallstricken und allerlei Hürden, die sie als alleinerziehende Mutter im Alltag zu bewältigen hat. Es ging dabei lediglich um das gesprochene Wort. Fokussiert und ohne Requisiten reihte Jule Weber eine Geschichte an die andere - mal ernst, mal lustig und auch mal politisch. Ihr Publikum hörte ihr gebannt zu, um nichts zu verpassen und entschuldigte unter Applaus den kleinen Texthänger der Künstlerin. Ein gelungener Frauentag in Hagen.

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