Frauen und Genderpolitik

Rund um den Internationalen Frauentag

Rund um den Internationalen Frauentag

Traditionell hatte der DGB gemeinsam mit ver.di Südwestfalen sowie mit weiteren Organisationen und Initiativen anlässlich des Internationalen Frauentages zu verschiedenen Veranstaltungen in Hagen und Siegen eingeladen. Unter dem Motto „100 Jahre Frauenwahlrecht“ fand in Siegen ein Filmabend mit anschließender Diskussion statt. Der Film „Die göttliche Ordnung" griff das Thema der Durchsetzung des Frauenwahlrechts in der Schweiz auf. In Hagen wurden gleich mehrere Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag angeboten. Es gab eine Straßenaktion, einen Frauenbrunch, eine Matinée mit dem Kabarett „MaDamm“ und einen Abend mit dem australischen Dokumentarfilm „Embrace – du bist schön“, der sich mit dem Schönheitsideal der Frau in der westlichen Welt auseinandersetzt.

Das Aktionsbündnis Frauenarbeit Siegerland Foto: DGB Südwestfalen Aktionsbündnis Frauenarbeit Siegerland  – Aktionsbündnis Frauenarbeit Siegerland - von links: Mina Schellschläger (Jugendbildungsreferentin DGB), Mechthild Boller-Winkel (ver.di), Josef Kraft (Junge GEW), Hannah Schittenhelm (Gleichstellungsbüro, Uni) Jasmin Delfino (IG Metall), Sandra Grimm (DGB), Tanja Krönert (ver.di-Frauenrat)
Gäste ver.di Südwestfalen Gäste

Bei unseren Veranstaltungen kamen wir mit vielen Frauen ins Gespräch. Bis heute haben sich viele Forderungen der Vergangenheit erfüllt. So ist das Wahlrecht für Frauen heute in Deutschland so selbstverständlich wie die Freiheit der Berufsausübung oder der Erwerb eines Führerscheines – Rechte, um die frühere Frauengenerationen intensiv streiten mussten. Jedoch gibt es auch im Jahr 2018 noch Handlungsbedarf bei frauen- und gleichstellungsrelevanten Themen. Rechtlich gilt zwar die Gleichstellung von Mann und Frau, doch trotz zähem Ringen ist die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in Politik und Gesellschaft längst nicht durchgesetzt. 

Die angeregten Diskussionen zeigten, dass Frauen bei allem, was sie fordern, einen langen Atem und verlässliche Verbündete brauchen. Der Zugang zu Führungspositionen in Unternehmen und Organisationen, der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern von 21 Prozent, die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Aufgaben oder auch Fragen der „klassischen“ Rollenverteilung sorgten für interessante und kontroverse Wortbeiträge.

Zum Beispiel fiel auf, dass das deutsche Parlament nach 100 Jahren Frauenwahlrecht so männlich ist wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Nur ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen. Zudem wollen Rechtspopulisten mit ihrem rückständigen Frauenbild und ihren Familienvorstellungen von gestern die Frauen wieder in enge Schranken verweisen.

„Frauendominierte Berufe werden noch immer schlechter bezahlt. Frauen stehen vor ungelösten Arbeitszeitproblemen, haben geringere Karrierechancen und am Ende ihrer Erwerbstätigkeit eine kleinere Rente als Männer“, brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt.

Fazit unserer diesjährigen Veranstaltungen: Frauen müssen weiter kämpfen für ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Von der neuen Bundesregierung erwarten die Frauen, dass sie alles daran setzt, die Arbeitszeitlücke, die Entgeltlücke und die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen.

 

Die Gewerkschaftssekretärinnen Mechthild Boller-Winkel (ver.di) und Jasmin Delfino (IG Metall) sorgen dafür, dass mit Gummibärchen und Popcorn das richtige Kino-Feeling aufkommt. Foto: ver.di Südwestfalen Gewerkschaftssekretärinnen  – Die Gewerkschaftssekretärinnen Mechthild Boller-Winkel (ver.di) und Jasmin Delfino (IG Metall) sorgten dafür, dass mit Gummibärchen und Popcorn das richtige Kino-Feeling aufkam.
Gute Laune am Stand Foto: ver.di Südwestfalen Am Stand  – Gute Laune am Stand
Sandra Grimm (DGB Südwestfalen) begrüßt die Anwesenden und Yasemine Boubaous (DGB- und ver.di-Jugend) gibt anschließend eine Einführung in das Thema. Foto: ver.di Südwestfalen Einführung in das Thema  – Sandra Grimm (DGB Südwestfalen) begrüßte die Anwesenden und Yasemine Boubaous (DGB- und ver.di-Jugend) gab anschließend eine Einführung in das Thema.