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2. Verhandlungsrunde der AWO ohne Ergebnis

2. Verhandlungsrunde der AWO ohne Ergebnis

Zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis. Weitere Streiks sind wahrscheinlich

Begleitet von einem Warnstreik, an dem sich rund 2.500 Beschäftigte der AWO NRW insgesamt beteiligten und mehr als 400 Beschäftigte allein aus dem ver.di Bezirk Südwestfalen, verlief die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Arbeiterwohlfahrt am heutigen Dienstag im Kern ergebnislos.

Gewerkschaftssekretärin Mechthild Boller-Winkel erklärte: "Aus dem ver.di Bezirk Südwestfalen waren wir mit Bussen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Privat-Pkw unterwegs. Streikende aus unserem Bezirk kamen aber oft nur bis in die örtlichen Streikbüros, weil die Busplätze nicht ausreichten. Das tut uns sehr leid und wir entschuldigen uns bei den Kolleginnen und Kollegen, die nicht mit nach Düsseldorf fahren konnten. Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen und Kollegen, die sich am Streik beteiligt haben. Die Arbeitgeber haben gestern kein neues Angebot vorgelegt, sodass weitere Streiks wahrscheinlich sind. Wir werden die nächsten Aktionen so zu planen, dass alle, die wollen, auch mitmachen können. Wir freuen uns schon darauf, wieder mit euch unterwegs zu sein!"

Ein Erfolg wurde mit der Warnstreikaktion zwar erzielt: die Arbeitgeberseite bietet eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um je 50 € pro Monat in zwei Schritten, ab dem 01.01.2019 und dem 01.01.2020. Wer in der praxisintegrierten Ausbildung zum/zur Erzieher*in ist, soll eine Ausbildungsvergütung in der Höhe erhalten, wie sie für Azubis in der Pflege nach TV AWO NRW gezahlt wird.

Ansonsten blieben die Arbeitgeberseite aber bei ihrem bisher vorgelegten Angebot von rund 7 % in drei Schritten, bei 30-monatiger Laufzeit, ab dem 01.01.2019.

ver.di Verhandlungsführer Wolfgang Cremer zeigte sich enttäuscht und entschlossen zugleich. „Im Kern unserer Tarifrunde sind wir keinen Schritt vorangekommen. Im Gegenteil. Die Arbeitgeber haben betont, dass sie eine lange Laufzeit auf jeden Fall wollen. Die 30 Monate halten sie für gerechtfertigt. Sie erkennen nicht an, dass ihr Angebot deutlich unter dem Wert der Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst liegt und es für eine so lange Laufzeit bei der AWO in NRW deshalb keinen Grund gibt.“ Einkommensverluste von bis zu 400 Euro monatlich gegenüber der Bezahlung im öffentlichen Dienst seien nicht hinnehmbar. „Wenn sich das nicht bessert, wird es weitere Streiks geben“, kündigte Cremer an.

Die ver.di Tarifkommission wird am 04.02.19 über das weitere Vorgehen beraten. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 12.02.19 terminiert. Mit Aktionen und weiteren Streiks bei der AWO muss davor und danach in ganz NRW gerechnet werden.