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Mahnwache an der städtischen Kita Littfeld

Mahnwache an der städtischen Kita Littfeld

Die Planung der Stadt Kreuztal, die Trägerschaft für die städtische Kita in Littfeld an die AWO zu übergeben, ist auf Widerstand gestoßen. „Ich hoffe, dass alle zwölf Sterne am kommunalen Kindergarten-Himmel weiterhin leuchten werden“, zitierte ver.di-Gewerkschaftssekretär Michael Schnippering bei seiner Begrüßung eine ehemalige Kita-Leitung bei der Mahnwache in den frühen Morgenstunden an der Kita Littfeld. Die Beschäftigten machen sich im Rahmen der geplanten Maßnahme Sorgen um ihre Arbeitsplätze und kämpfen darüber hinaus um den Erhalt ihrer Teamstruktur. Ausgestattet mit Kerzen und Laternen nahmen dem entsprechend auch Vertreterinnen und Vertreter der Kreuztaler Kita-Einrichtungen an der Mahnwache vor Dienstbeginn teil.

Ein Mitglied der Kreuztaler CDU-Fraktion und Mitglied im Sozialausschuss der Stadt scheute ebenfalls nicht die frühe Morgenstunde, um sich vor Ort bei den Betroffenen zu informieren. Weitere Unterstützer waren Eltern mit ihren Kindern, Elternvertreter und sogar eine benachbarte Metzgerei, die mit frischer Fleischwurst und Brot zur Stärkung der Frühaufsteher beitrug. Warum diese Unterstützung? Die Inhaberin, selber Mutter, sagte: „Wir haben uns damals bewusst für diese Kita entschieden und wollen, dass die Einrichtung auch künftig hierbleibt.“

 

Forderung bei der Mahnwache an der städtischen Kita Kreuztal-Littfeld ver.di Südwestfalen: Michael Schnippering Mahnwache

Gewerkschaftssekretär Michael Schnippering betonte besonders, dass diese Mahnwache sich auf keinen Fall gegen die AWO oder gegen Kolleginnen der AWO richtet, sondern sich für den Erhalt der Kita Littfeld und somit für den Erhalt der städtischen Arbeitsplätze an diesem Standort einsetzt.

„Wir sind wahnsinnig enttäuscht, dass das jahrelange Engagement der Erzieherinnen unter den erschwerten Bedingungen in renovierungsbedürftigen Räumlichkeiten so gedankt wird“, berichtet eine Mutter und ergänzt: „Seit Jahren versprach die Stadt Kreuztal, dass Littfeld jetzt an der Reihe sei und dieses Gebäude saniert werden soll. Die so dringlich erwartete Küche war für dieses Jahr genehmigt – und jetzt das!“

Sichtlich irritiert zeigten sich in diesem Zusammenhang viele Beteiligte über einen Bericht der Siegener Zeitung vom 29. Januar, wonach schon Mitte November 2017 das Gesetz zur Rettung der Trägervielfalt von Kitas in NRW von der NRW-Landesregierung verabschiedet wurde. Für die Kitas der Stadt Kreuztal bedeutet die Verabschiedung des Gesetzes für die Kindergartenjahre 2017/2018 und 2018/2019 Mehreinnahmen von insgesamt 545 408,36 Euro. Die Eltern fragen sich, warum dieses Geld nicht in den Standort Littfeld investiert wird. Es bleiben vor der entscheidenden Sitzung des Sozialausschusses am 31. Januar noch sehr viele Fragen offen. Sollte die Kita an die AWO übergehen, wissen Eltern beispielsweise nicht mehr, wie die bereits zugesagte Ferienbetreuung der Kinder, die für berufstätige Eltern immer unter den insgesamt zwölf städtischen Kitas organisiert wird, fortgeführt wird.

„Und wer weiß, ob dieser geplante Übergang der Letzte ist und nicht in Zukunft immer weniger Sterne am Kindergarten-Himmel der Stadt Kreuztal strahlen sollen!“ Eine Befürchtung, die an diesem Morgen die Runde macht. Alle Betroffenen sind sich jedenfalls einig: „Wir werden anwesend sein, wenn am 31. Januar im Rahmen der Sitzung des Sozialausschusses die Entscheidung über die Zukunft der Kita Littfeld getroffen wird.“